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01.09.2005 - NRW-Schulministerin Barbara Sommer in Herdecke
Herdecke, 01.09.2005 (gh). Genau 60 Zuhörer hatten sich zu einer öffentlichen Veranstaltung mit der neuen NRW-Schulministerin Barbara Sommer gestern Abend um 19:30 Uhr auf Einladung der CDU-Stadtverbände Herdecke und Wetter im Sportlertreff TuS Ende in Herdecke eingefunden, um den Vortrag der Ministerin zum Thema "Lernen für die Zukunft" zu hören. Die Ministerin outete sich als Quereinsteigerin in ihr Amt. "Ich habe keine politische Parteikarriere gemacht und brauche daher auch nicht zurückzuhacken. Ich möchte Sachpolitik machen." Frau Sommer zeigte sich kämpferisch bei der Behebung von Mißständen wie z.B. Unterrichtsausfall wegen eines Elternsprechtages oder einer Fortbildungsveranstaltung. Das Recht auf gute Bildung steht jedem Kind zu; deshalb fordert Barbara Sommer auch eine intensivere Förderung von Leistung. Aus Ihrer Praxis als Behindertenpädagogin, Grund- und Hauptschullehrerin sowie Schulrätin weis sie, worauf es ankommt. "Ich gebe den Rahmen als Korsettstangen und die Ziele vor. Es wird künftig wieder Kopfnoten geben; ein früheres Einschulungsalter soll möglich, aber nicht zwingend sein. Außerdem wird in NRW ein Zentralabitur und auch eine Prüfung nach dem 10.Schuljahr eingeführt. Die Stärkung der Hauptschulen liegt der Ministerin am Herzen. "Wir müssen dafür sorgen, dass jeder Schulabgänger wieder gut lesen, schreiben und rechnen kann". Im ersten Schuljahr sollte eine Grundfähigkeit zum Lesen Weihnachten vorhanden sein. Daß viele Eltern heute die Erziehung ihrer Kinder der Schule überlassen zeige nicht die Böswilligkeit sondern die Hilflosigkeit der Eltern. Hier gäbe es große gesellschaftliche Aufgaben. Barbara Sommer kündigte auch ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen an. Die Gesamtschulen bleiben, sollen aber nicht mehr bevorzugt behandelt werden. Beim Thema Schulbezirksgrenzen vertrat Frau Sommer die Ansicht, dass Mogeln schon jetzt möglich sei. Eine stärkere Gettoisierung befürchtet sie dabei nicht, da Eltern ihre Kinder in der Regel im gewohnten Wohnumfeld lassen. Die Diskussionsgelegenheit wurde anschließend sehr rege genutzt. Kurz nach 21:00 Uhr wurde die Ministerin von den beiden CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Elisabeth Gerlach (Wetter) und Gisbert Holthey (Herdecke) sowie dem CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Ralf Braucksiepe, der anschließend noch als Kandidat im BT-Wahlkreis 140 Ausführungen zum Bundestagswahlkampf machte, verabschiedet. |