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Deutsche Entwicklungspolitik in der Flüchtlingskrise

Herdecke, 01.02.2016 (SN)
Bevor es losgehen konnte, mussten zusätzliche Stühle in den Saal getragen werden. Knapp 40 interessierte Bürger, vornehmlich aus Herdecke und Witten, hatten am 01.02.2016 den Weg in das Hotel Zweibrücker Hof in Herdecke gefunden, um einem Vortrag von Dr. Babak Khalatbari zum Thema „Deutsche Entwicklungspolitik in der Flüchtlingskrise“ zu lauschen.

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Eingeladen hatte der Evangelische Arbeitskreis der CDU Ennepe-Ruhr (EAK) mit seinem Vorsitzenden Simon Nowack, dem es mit dem Thema offensichtlich gelungen ist den Nerv der Zuhörer zu treffen. Hierzu beigetragen hat insbesondere der Referent: Mit Dr. Babak Khalatbari, seit 2013 Mitarbeiter im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Berlin, zurzeit als Kabinettsreferent des Bundesministers Dr. Gerd Müller (CSU), ist es dem EAK gelungen einen echten Kenner des Nahen Ostens und der deutschen Entwicklungspolitik zu gewinnen. Fast 10 Jahre leitete Dr. Khalatbari, der neben Deutsch und Englisch auch Dari, Persisch und Arabisch spricht, die Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kabul und Islamabad. Vor Ort koordinierte er zahlreiche deutsche und internationale Projekte des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wiederaufbaus und wurde hierfür durch ISAF Kommandeur Generalmajor Hans-Werner Ahrens mit einer medal for excellence geehrt.

Der gebürtige Wittener und Vater zweier Söhne gab den Zuhörer zunächst einen Überblick über die aktuelle internationale Sicherheitslage und die zahlreichen Konflikte im Nahen Osten bzw. in Afrika sowie weitere Fluchtursachen in den Heimatländern der Flüchtlinge, die seit Anfang 2015 millionenfach nach Europa drängen. Hiernach ging Dr. Khalatbari auf die eingeleiteten Maßnahmen der Bundesregierung zur Bewältigung der Flüchtlingskrise im Inland und in Europa, vor allem aber auf die Anstrengungen im Bereich der Entwicklungshilfe ein. Die Strategie der Bundesregierung ist es durch eine Stabilisierung der Heimat- und Anrainerländer Fluchtursachen zu bekämpfen und den Menschen dort durch nachhaltige Entwicklungspolitik Perspektiven zu geben. Foto-02.02.16-13-17-41b-webNeben klassischen Nahrungsmittelprogrammen und dem Bau von Unterkünften sind dies vor allem Projekte zur Verbesserung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Projekte zur Gesundheitsversorgung, Programme zur Unterstützung der Landwirtschaft sowie Bildungsprogramme. Hierdurch erreicht die deutsche Entwicklungshilfe jährlich mehrere Millionen Menschen weltweit und auch für 2016 ist der Etat noch einmal signifikant erhöht worden.

In einer sich anschließenden regen Diskussion mit den interessierten Bürgerinnen und Bürgern, moderiert durch den EAK-Vorsitzenden Simon Nowack, stand Dr. Babak Khalatbari als Experte und Kenner des Nahen Ostens noch mehr als eine Stunden Rede und Antwort und berichtet auch, dass er als Reserveoffizier der Bundeswehr ab März 2016 für knapp 3 Monate selbst erneut in einen Auslandseinsatz geht, um sich an Bord des Einsatzgruppenversorgers „Berlin“ der Deutschen Marine an der EU-Mission European Naval Force Mediterranean zu beteiligen, deren Auftrag die Rettung von Bootsflüchtlingen und die Bekämpfung von Schlepperbanden ist.
Das Schlusswort hielt der Herdecker CDU Vorsitzende Gisbert Holthey, der den Ratsvorsitzenden der EKD Bischof Heinrich Bedford-Strohm zitierte und kurz auf die aktuelle Flüchtlingssituation in Herdecke einging.

Information:

Der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU (EAK) ist der Zusammenschluss aller evangelischen Unionsmitglieder, die wegen ihres Glaubens und seiner Grundlagen in den Unionsparteien einen Beitrag zu einer vor Gott und den Menschen verantworteten Politik leisten wollen. Im EAK arbeiten aber genauso Menschen mit, die keine Mitglieder der Unionsparteien sind, er übernimmt insofern eine wichtige Brückenfunktion zwischen Partei sowie Kirche und Gesellschaft. Der EAK hat das grundsätzliche Anliegen, evangelische Christen zum profilierten politischen Engagement zu ermutigen. Der EAK wurde 1952 in Siegen gegründet, nachdem der damalige Bundestagspräsident, Oberkirchenrat Dr. Hermann Ehlers, und andere befürchteten, die Union evangelischer und katholischer Christen könnte durch das katholische Übergewicht und die Uneinigkeit auf evangelischer Seite gefährdet sein. Um die evangelische Stimme in der Partei zu einen und zu stärken, kam es zur Gründung des EAK.
Im Ennepe-Ruhr-Kreis hat der EAK rund 700 Mitglieder.